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Mein tägliches ArbeitsGericht

Vierunddreißig Jahre Anwalt, Referendarzeit und langjährige ehrenamtlich juristische Beratertätigkeit produzieren eine Fülle von Geschichten und Anekdoten.

Ich werde hier in unregelmäßiger Folge die amüsantesten, haarsträubendsten und interessantesten Begebenheiten aus meinem Anwalts- und Juristenleben ausbreiten.

Ziel ist nicht so sehr die Genauigkeit der Tatsachen, sondern die Pointierung des Wesentlichen.

13. Januar 2011, Arbeitsgericht Frankfurt, 10. Kammer, Gütetermin

Der Gütetermin war auf 08.30 Uhr terminiert. Da zwei Rechtsstreite auf 08.30 Uhr terminiert waren und die von mir vertretene Klage an zweiter Stelle terminiert war, begann die Verhandlung mit 35 Minuten Verspätung.

Eine Entschuldigung hielt die Vorsitzende wiedermal nicht für angebracht.

Neben der Verspätung zog sich die Verhandlung quälend lange hin. Die Vorsitzende bestand darauf, ihren Vergleichsvorschlag der anwesenden Protokollantin in den PC zu diktieren, obwohl beide Parteien ausdrücklich einen Vergleichsvorschlag des Gerichts abgelehnt hatten.

Weiterhin diktierte sie prozessleitende Auflagen der Protokollantin in den PC. Dadurch dauerte die Güteverhandlung nicht, wie angemessen gewesen wäre, 15 Minuten, sondern 35 Minuten.

Die Anwaltschaft sollte verstärkt Controlling und Aus- und Weiterbildung im Prozessmanagement der Richterinnen und Richter einfordern um so einen Beitrag zu leisten, die Gerichtsbarkeit effizienter zu gestalten.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 13. Januar 2011 20:50

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